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Chrysemys picta bellii

Die Chrysemys picta bellii ist eine sehr aufgeweckte und neugierige Wasserschildkröte. Sie kann sehr gut schwimmen und braucht dem entsprechend auch viel Schwimmraum mit einer Wassertiefe von 40 cm mindestens.

Sie ist tagaktiv und es findet ein fast stündlicher Wechsel von Sonnenbaden und Schwimmen statt. Liegt sie auf ihrer Sonneninsel, wird ihre Umgebung aufmerksam beobachtet.

Erstaunlicherweise flüchten meine Süßen nur ins Wasser, wenn für sie unbekannte Personen den Raum betreten. Bei mir und meiner Familie bleiben sie an Land, schauen und sonnen sich fleißig weiter.

Im Wasser wird neugierig der Bodengrund nach Futter abgesucht, gerne auch den Fischen hinterhergejagt oder mal an einer Wasserpflanze geknabbert, ansonsten wird die gesammte Fläche des Schwimmraumes ausgiebig zum Schwimmen genutzt.

 

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Ursprungsland
                                                                                                                                                                                

Die Chrysemys picta bellii (westliche Zierschildkröte, Indianerzierschildkröte) gehört zur Gruppe der Zierschildkröten.

Die Chrysemys picta dorsalis (Rückenstreifen- Zierschildkröte, südliche Zierschildkröte),

die Chrysemys picta picta (östliche Zierschildkröte) und

die Chrysemys picta marginata (mittelländische Zierschildkröte) gehören auch noch dazu.

Alle vier Unterarten sind in Nordamerika beheimatet. Dabei hat die Chrysemys picta bellii den größten Verbreitungsgrad. Der fängt an in Südkanada und geht runter bis nach Missouri und Idaho.

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Die Chrysemys picta bellii lebt dort in krautigen, strömungsarmen Gewässern. Dort findet man sie nicht an den Ufern eines Gewässers um sich zu sonnen, sondern sie bevorzugen Hölzer und Wurzeln die aus dem Wasser ragen, damit sie sich bei Gefahr jederzeit ins Wasser fallen lassen können.

Die Männchen verlassen zur Paarungszeit (im Frühjahr) auch mal das Wasser und gehen auf Wanderschaft, wenn keine passende Partnerin zu finden ist. Nach der Paarung trennen sich wieder ihre Wege, da Männchen und Weibchen Einzelgänger sind.

Die Weibchen verlassen nur das Gewässer und gehen auf´s "Festland", um ihre Eier in selbst gegrabenen Löchern abzulegen. Die Löcher sind in der Regel so tief, wie der Panzer des Weibchens lang ist, aber nur 5 bis 6 cm breit im Durchmesser.

Nachdem eine Babyschildkröte dann geschlüpft ist, benötigt sie ca. 3 bis 5 Jahre, bis sie erwachsen (adult) ist.

Bei einem ausgewachsenen Weibchen beträgt die Panzerlänge maximal 25 cm, im Durchschnitt aber zwischen 14 und 18 cm Länge. Die ausgewachsenen Männchen dagegen werden maximal 19 cm groß, im Durchschnitt ist die Panzerlänge aber zwischen 10 und 14 cm.  

                                                                                                                                                                                               nach oben 

 Zucht

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Die Chrysemys picta bellii beim balzen...

 

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...bei der Paarung...

 

Die Paarung der Chrysemys picta bellii kannst Du in diesem Video ansehen. Die Akteure sind übrigens Ginny und Mulder im März 2011...   YouTubeVideo

 

Der Inkubator

Der Inkubator ist ein 60x30x30 cm Aquarium, das ringsherum mit 3 cm dickem Styroporplatten verkleidet und mit Silikon verklebt wurde. Auf dem Inkubator liegt bündig eine Glasplatte (66x36 cm!), die auch mit Styropor verkleidet wurde. Bei der mit Styropor verkleideten Glasplatte läßt man ein kleines Sichtfenster übrig, das nicht mit Styropor verkleidet wird, um während der Inkubation ins Innere des Inkubators schauen zu können. Damit auch das Sichtfenster gedämmt ist und es im Inkubator völlig dunkel ist, wird ein etwas größeres Stück Styropor zurecht geschnitten, dass dann lose auf das Sichtfenster gelegt wird und somit komplett abdeckt.

Eine Belüftung findet statt, da auf der Seite, wo das Kabel für die Technik ins Becken hinein führt, zusätzlich noch ein ca. 1/2 cm dünnes Kunstoffstückchen als Abstandshalter auf dem Inkubatorrand liegt. Dadurch entsteht ein kleiner Spalt auf der einen Deckelseite.


Im Inkubator ist ein Wasserstand von ca. 10 cm, versehen mit einem digitalen Heizstab. Im Wasser liegen zwei Steine, auf denen oberhalb vom Wasserspiegel zwei längliche Glasstreifen liegen. Darauf stehen die Heimchenboxen mit den Eiern. Es passen bis zu 8 Heimchenboxen nebeneinander in den Inkubator. Die Heimchenboxen sind zur Hälfte mit feuchtem Seramis befüllt, in dem die Eier zur Hälfte bis 2/3 eingegraben liegen. Die Deckel der Heimchenboxen bleiben nach dem hineinlegen der Eier ganz verschlossen... bis zum Schlupf. Achtung: Die Eier dürfen bei der Entnahme aus dem Eiablageplatz nicht gedreht werden, sonst stirbt die Frucht ab! Am Besten man markiert die Eier oberhalb direkt vorsichtig mit einem Bleistiftstrich. In jeder Heimchenbox liegen maximal 4 Eier. Damit die sehr hohe Luftfeuchtigkeit im Inkubator erhalten bleibt, ist es wichtig, dass der Inkubator während der Inkubationszeit so selten wie möglich geöffnet wird!

 

Um die genaue Temperatur innerhalb der Heimchenboxen im Inkubator im Auge zu haben, steht eine weitere Heimchenbox mit feuchtem Seramis im Inkubator (ohne Eier). Oben an der Seite der geschlossenen Heimchenbox kommt ein kleiner Schlitz, durch den der Fühler eines Termometers (digitales Termometer mit Fernfühler) hindurch gesteckt wird, um die Temperatur ablesen zu können, ohne dabei den Inkubator öffnen zu müssen. Zusätzlich liegt noch ein normales Aquarientermometer zur Kontrolle in dieser Heimchenbox.

Damit auch wirklich die richtige Temperatur im Inkubator erzeugt wird, sollte man vor dem hinein stellen der Eier den Inkubator schon einige Tage laufen lassen, dabei die Temperatur kontrollieren und gegebenenfalls korrigieren. Auf keinen Fall sollte man sich nur auf die angezeigte Temperatur des Heizstabes verlassen, denn die Temperatur innerhalb der Heimchenboxen ist wichtig, und nicht die des Wassers im Inkubator! Gerade bei der Inkubation von Weibchen besteht vermehrt das Risiko von Panzeranomalien, wenn die Inkubationstemperatur über 30° C liegt!

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Der Inkubator von außen und von innen...


Wenn ich auf Weibchen inkubiere, sind in der Heimchenbox im Inkubator Temperaturen zwischen 29,5° bis 30°C und nach ca. 41 bis 53 Tagen schlüpfen die Babys. Inkubiere ich auf Männchen, sind in der Heimchenbox im Inkubator Temperaturen zwischen 25,7° bis 26,4° C und die Babys schlüpfen nach ca. 80 bis 100 Tagen. Bei Weibchen ist es wichtig, ohne Nachtabsenkung zu inkubieren. Ich inkubiere aber auch bei Männchen ohne Nachtabsenkung. Aber egal, ob auf Männchen oder auf Weibchen inkubiert wird, es besteht trotzdem keine 100%ige Sicherheit, dass es auch wirklich das inkubierte Geschlecht wird. Die Wahrscheinlichkeit liegt bei ca. 80%.

 

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Die Chrysemys picta bellii beim Schlupf...

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Nach dem Schlupf / Aufzucht der Schlüpflinge

Ab einer Inkubationszeit von 40 Tagen sollte man täglich durch das kleine Fenster des Inkubators schauen, ob schon ein Baby geschlüpft ist (auch bei der Inkubation von Männchen, denn hier kann auch mal ein Baby wesentlich eher schlüpfen!).

Direkt nach dem Schlupf sind die Chrysemys picta bellii-Schlüpflinge durchschnittlich 4 bis 6 g schwer, 2,1 bis 2,7 cm lang und 1,8 bis 2,4 cm breit.

 

Bild    Bild 1: Ein noch nicht vollständig resorbierter Dottersack. Die Schlüpflinge müssen dann noch für 1 bis 2 Tage in einer desinfizierten Heimchenbox, die mit einem gut nassen Küchenpapier (Zewa) ausgelegt ist, im Inkubator bleiben, bis der Dottersack komplett resorbiert wurde.

 

Bild    Bild 2: Der Dottersack ist nun resorbiert. Zu Deutsch: Wenn die "Beule" vom herausstehenden Dottersack weg ist, darf der Schlüpfling in das Aufzuchtbecken umziehen. Der Bauchpanzer (Plastron) ist nach dem resorbierten Dottersack noch nicht geschlossen und wird auch noch ein paar Tage dauern.

 

 

Bild    Bild 3: Auf dem Bild kann man gut die allerletzten Reste vom Dottersack erkennen (Bild ca. 10 Tage nach dem Schlupf). Nachdem der Dottersack resorbiert wurde, während der Zeit im Inkubator, und sich der Bauchpanzer (Plastron) dann fast ganz geschlossen hat, hängen noch für ein paar Tage die abgestorbenen Reste am Plastron, bis sie von alleine abfallen.

 

Bild    Bild 4: Der Bauchpanzer (Plastron) von einem 3 Wochen alten Schlüpfling. Der Bauchpanzer (Plastron) ist vollständig geschlossen.

 

 

Aufzuchtbecken

Nach dem Inkubator kommen sie in ein 60x30x30 cm Aufzuchtbecken mit einem Wasserstand von 10 cm. Das Aufzuchtbecken hat die gleiche Technik und Einrichtung wie ein Aquaterrarium für eine adulte (ausgewachsene) Wasserschildkröte. Das heißt: Sand als Bodengrund; reichlich Wasserpflanzen, die bis zur Wasseroberfläche reichen (sehr wichtig, die Schlüpflinge sitzen, schlafen und verstecken sich auf und in den Wasserpflanzen); kleine Tonübertöpfe zum verstecken; ein ausreichend großes Stück Korkrinde als Sonnenplatz, mit Temperaturen zwischen 40° und 45° C, auf dem alle Babys gleichzeitig Platz finden; einen Heizstab für eine Wassertemperatur von 27°C; einen klitzekleinen Filter; und natürlich ganz wichtig als Beleuchtung für den Sonnenplatz eine Bright sun UV 70 Watt jungle von Lucky Reptile. Alle 2-4 Tage wird ein 30-50%iger Wasserwechsel gemacht. Dabei bleiben die Schlüpflinge im Becken.

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In diesem Video kannst Du die bellii-Babys in Aktion sehen --> you tube

(Chrysemys picta bellii Nachzuchten von 2012 in ihrem Aufzuchtbecken am 23.07.2012. Diese sieben bellii-Babys sind zwischen dem 07.06. und 10.07.2012 geschlüpft. Die silbernen Punkte auf dem Carapax ist die Kennzeichnung, damit ich auch weiß, wer wer ist ;-). Das älteste bellii-Baby (1 Punkt vorne links) ist nun 6,5 Wochen alt, das jüngste bellii-Baby (2 Punkte vorne links) gerade mal 13 Tage alt.)

 

Geeignetes Futter für die Schlüpflinge

Direkt nach dem Schlupf, wenn die Schlüpflinge noch im Inkubator ihren Dottersack resorbieren brauchen sie gar nichts zu fressen, denn sie verbrauchen noch ihre Nahrung aus dem Dottersack.  Nach dem die Schlüpflinge dann in ihr Aufzuchtbecken eingezogen sind, bekommen sie Lebendfutter, wie z.B. Tubifex oder rote Mückenlarven, um sie überhaupt erstmal ans Futter zu bekommen. Wenn sie fressen, was bei meinen Schlüpflingen teilweise schon am ersten Tag klappte aber auch mal ein paar Tage dauern kann, bekommen sie im Wechsel aufgetaute rote Mückenlarven, Tubifex, Artemia, klitzekleine Stückchen frische Muschel oder Garnele, kleine Wasserschnecken, kleine Krabbeltierchen und Gamarus (getrocknete Bachflohkrebse) die ein guter Calziumlieferant sind. Zusätzlich bekommen sie alle paar Tage sehr, sehr klein gebröselte Eierschalen ins Becken gestreut. Gefüttert werden die Schlüpflinge in der ersten Woche 2 mal täglich, danach nur noch 1 mal am Tag. Um sie schon etwas zutraulicher zu machen und damit auch jeder Schlüpfling die richtige Futtermenge bekommt, füttere ich immer wieder auch gezielt mit der Futterpinzette.

 

 

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